Radio Nukular als Live-Podcast – Rockstah & Co. waren in Berlin

Der Podcast-Hype ist in Deutschland angekommen – das wissen wir nicht erst seit „Fest & Flauschig“ von Böhmermann und Schulz. Ausgesprochen erfolgreich ist nämlich auch das Format „Radio Nukular“ (Homer Simpsonisch für „nuklear“) – der Podcast von Ex-Ex-Rapper Rockstah alias Max Nachtsheim, Chris alias Onlinegott und Dominik Hammes. Im Rahmen ihrer Tour „Zurückgespult“ nehmen sie ihren Podcast mal eben live auf. Wir waren in Berlin dabei.

Bei Radio Nukular geht es um alles, was das innere Kind zum Strahlen bringt: Comics, Spielzeuge, Zeichentrickfilme und was sonst nicht alles angesagt war, als man noch morgens mit einer Schüssel Cornflakes vor dem Fernseher saß. Außerdem spielt in den äußerst amüsanten Geschichten immer wieder ihr Leben als Außenseiter mit rein und man erfährt viel über das Leben als Junge, der in seiner Jugend nicht die erste Wahl der Ballkönigin war.

Im ersten Moment könnte man meinen, dass es schwierig ist, einen Podcast live zu veranstalten und dabei ein gewisses Level an Unterhaltung zu bewahren. Die Umsetzung von Radio Nukular lief jedoch überraschend reibungslos von der Hand. Die Sitzplätze waren bis zum letzten Stuhl belegt und hinzukommend, standen auch noch eine Menge Leute an den Seiten der Bühne. So ein bunt gemischtes Publikum wie bei Radio Nukular bekommt man selten zu Gesicht und alle waren so richtig gut drauf.

Ein älterer Herr im Anzug lachte sich im Laufe der Veranstaltung die Seitenkrawatte kringelig und gar nicht mal so weit weg von ihm, ließ ein Mädel im Teenageralter klirrend eine Bierflasche fallen, um sich dann ganz schnell zu entschuldigen. Eine Menge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren mit dem selben Humor versammelt in einer gemütlichen Location. (Nicht der durchschnittliche deutsche Stand-Up-Comedy-Humor, wir reden hier von wirklich gutem Humor.)

Die Vorstellung beginnt mit einem wunderschönen Trailer in dem Rockstah, Chris Nanoo und Larissa Rieß zu sehen sind, der sich „Die Nacht mit dem Oger“ nennt. Wem dieser Titel bisher nichts sagt, dem empfehle ich allerwärmstens den großen Mädchen-Podcast.

Kurz darauf betreten die drei Jungs die Bühne in Berlin und wählen aus dem Publikum eine Dame aus, die im Laufe des Abends als Videothekarin aggiert (Das Bühnenbild ist an eine Videothek angelehnt). Das Mädel muss einigen Blödsinn über sich ergehen lassen, wird allerdings am Ende mit einer Wii U belohnt.

Es werden außerdem drei Filmtrailer in der Show gezeigt, die aus völlig unverständlichen Gründen von den Oscars in den letzten Jahren komplett übergangen wurden: „Slugs“ (ein Film, der die schon immer offensichtliche reine Bösartigkeit von Nacktschnecken thematisiert) und beide Trailer zu „Ninja in geheimer Mission“ und „Ninja in geheimer Mission 2 – Russian Terminator 2“. Sehr wahrscheinlich der Ursprung von Filmen wie Kill Bill, Terminator und allen James-Bond-Filmen.

Kurz vor knapp wird dann noch die emotionale Geschichte „Stranger Things in Heusenstamm“ von den Jungs vorgelesen, mit absolut realistischen Soundeffekten der Videothekarin und jede Menge Gefühlsausbrüchen. Und dann ist es auch schon fast vorbei.

Als Zugabe wird mit dem Publikum gemeinsam noch einmal kurz „Braveheart“ nachgestellt, (wobei das Szenario mehr einem Moshpit ähnelte, der vor dem großen Knall einfach in sich zusammensackt, aber trotzdem ein sehr berührender Moment) und Max, Chris und Dominik verschwinden, begleitet von tosendem Applaus.

Falls ihr jetzt Lust bekommen habt die Jungs auch mal live zu sehen, könnt ihr euch noch Karten für Mannheim, Bremen, Hamburg oder Leipzig besorgen und euch selbst von „Zurückgespult“ überzeugen lassen.