Nate57 – Gauna

Nate57-Gauna-Album-Cover

Knapp sieben Jahre ist es mittlerweile her, als Nate57 erstmalig mit „Blaulicht“ überregionale Bekanntheit erlangte. In einer Reihe mit Haftbefehl hochgelobt als Zukunft deutschen Straßenraps, stand einer erfolgreichen Karriere nichts mehr im Wege. Unser Autor Tom Wendel hat sich mit Nate57s „Gauna“ auseinander gesetzt.

Drei Releases später bleibt eher das Gefühl, dass Nate die Lobgesänge nicht zu 100% bestätigen konnte. Seine Veröffentlichungen waren allesamt solide – nicht weniger, aber auch nicht mehr. Mit „Gauna“ stand nun der nächste Versuch des Hamburgers an, die Kritiker zu überzeugen.

Schaut man sich das Gesamtpaket an, so werden viele Rattos-Locos-typische Merkmale deutlich: Keine unangenehm belastende Promo, fast ausschließlich hauseigene Beats und ein Artwork aus der Feder eines Grafikdesigners der Note „stets bemüht“. Das stört keineswegs. Das Roughe und Unpolierte trägt durchaus zu einem sympathischen Home-Made-Charme bei.

Aus rein technischer Rap-Sicht kann man Nate nicht kritisieren.

Auch aus rein technischer Rap-Sicht kann man Nate nicht kritisieren: Treffsicherer Flow – sowohl auf langsameren, als auch auf schnelleren Beats – eine einzigartig markante Stimme und eine gewohnt authentische Bildsprache. Die Produktionen stellt neben einem Farhot- und zwei Gee-Futuristic-Instrumentals der hauseigene Kassim Beats. Dessen boombappiger New-York-Sound lässt „Gauna“ kohärent klingen. Ein zusammenhängendes Klangbild wirkt jedoch nur dann positiv, wenn die Beats auch durch die Bank qualitativ hochwertig sind. Und das ist dann auch das größte Problem der LP: Das Album ist keineswegs schlecht produziert, aber vereinzelte, sehr gute Produktionen sind mit zu vielen Beats gepaart, die nicht so richtig überzeugen und maximal solide klingen.

Die Hoffnung war groß, dass dem Hamburger dieses Mal der große Wurf gelingt. Hört man das Intro oder „Kein Para? Kein Sinn“ wird auch deutlich, wie viel mehr drin war. Nur passieren solche herausstechenden Momente viel zu selten, sodass das Album erneut zu einer „nur“ akzeptablen Veröffentlichung mutiert. Man sollte die Hoffnung nicht aufgeben, dass Nate sein großes Talent noch einmal vollends ausnutzt, aber „Gauna“ fühlt sich wiedermal wie ein Album an, das nicht viel falsch macht, aber auch bei weitem keinen Album-des-Jahres-Charakter hat.