„More Hate Than Fear“ – Doku über Graffiti-Writer nach der Gefängnis-Entlassung

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Warum bewundern alle Banksy (und wollen sogar seine Bilder vor Beschädigungen schützen), während andere Graffiti-Writer und Streetartists für das gleiche kreative Engagement gesellschaftlich verachtet und zu Freiheitsstrafen verurteilt werden? Die 16-minütige Mini-Doku „More Hate Than Fear“ begleitet die Ambivalenz der Graffitikultur zwischen Gesetzesbruch und Selbstverwirklichung

„Tättowiert seine Stirn mit ‚Verbrecher'“ oder „Hackt ihm die Hände ab!“ waren nur einige Kommentare, die erzürnte Londoner unter einen Artikel über die Festnahme des Writers Zerx schrieben, der beim Malen eines Graffitis in London erwischt wurde. Als Harry Conway, so sein bürgerlicher Name, seine 12-monatige Haftstrafe antritt, beginnt auch Molly Walker, die Schwester seines besten Freundes, sich vermehrt mit der Ambivalenz der Graffiti-Kultur zu beschäftigen, bis sie sich eines Tages entschließt, einen Dokumentarfilm zu drehen.

„Jedes Mal, wenn ich mit den Writern rumhing, ergab sich eine neue Geschichte. Ich habe gesehen, wie Sie ihre Laptops hinter Heizungen oder Festplatten unter Bodendielen versteckten, sobald Sie das Haus verließen oder kein iPhone besitzen, um nicht per Satellit verfolgt werden zu können. Das ist ein verrückter Lebensstil.“, kommentiert die Initiatorin des Crowfunding-Projekts. Es geht um Protest, Flucht und die Selbstfindung in der Unzufriedenheit einer brutal-kapitalistischen Metropole wie London. Aber auch um den Wahnwitz des Gesetzgebers: „Einer der Writer aus dem Film, wurde wegen seiner Kunst für 15 Monate verurteilt. Am Tag seiner Haftentlassung wurde er aber für einen vom Stadtrat organisierten Graffiti-Workshop in einer Kindergruppe angeheuert. Das unterstreicht die Absurdität, in der sich die Politik befindet.“