Mojo Snowboarding – „Früher haben wir jedes einzelne Teil von Hand bemalt.“

Beim Hamburger Label Mojo Snowboarding hat man nun wirklich nicht vor, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen: Anknüpfend an den Erfolg der „Capsule“-Kollektion im letzten Jahr gibt es eine erneute Zusammenarbeit mit der Künstlerin Xuli, die durch ihren Typographie-Style bekannt ist.

Signature-Piece der „Paradise Gone“-Kollektion ist ein Wellen-Allover-Print, welcher sich auf T-Shirts und Tanktops wiederfindet. Im August folgt noch eine Bomberjacke, welche auf eine Auflage von 100 Stück begrenzt sein wird. Wir haben uns mit Andre Gießelmann unterhalten, der uns einen Einblick in die Arbeitsweise von Mojo Snowboarding gewährte.

Ihr seid eines der wenigen Labels, die ihre Sachen noch von Hand bemalen. Ganz ehrlich, wie schafft ihr das? Wie viele Leute stecken hinter der eigentlichen On-Demand-Produktion?

Schön blöd, was? Nein, bis zur letzten „Capsule“-Kollektion im Februar haben wir wirklich jedes einzelne Teil von Hand bemalt – sieben Jahre lang. Dieser Style hat sich etabliert und machte die Produkte von uns unique. Nun sind wir mittlerweile aber an einem Punkt angekommen, wo es einfach nicht mehr möglich, war jede Kollektion aufs Neue per Hand zu bemalen. Unsere Produkte werden nun komplett in Portugal hergestellt. Trotzdem wird es immer weiter limitierte Styles geben, die handmade bleiben.

Wie sieht ein typischer Entstehungsprozess einer Kollektion im Hause Mojo Snowboarding aus?

Das ist, ehrlich gesagt, immer ganz unterschiedlich. Die Basics bilden oft unser Logo oder auch der Mojo!-Schriftzug. Hinzu kommen dann interessante Pattern oder Schriftzüge, die dann den Rahmen der jeweiligen Kollektion bilden. Wie zum Beispiel der neue Summerline-Schriftzug „Paradise Gone“ der Künstlerin Xuli.

Haben Musik bzw. einzelne Artists Einfluss auf den Entstehungsprozess eurer Kollektionen? Was läuft in eurem Atelier gerade rauf und runter?

Bisher haben wir in Richtung Design noch mit keinem Künstler zusammengearbeitet, aber auch da werden sich in Zukunft sicher noch Möglichkeiten ergeben. Die neuen Platten von Marsi und MoTrip sind schon derbe gut, zudem höre ich gerade gern „Räuberleiter“ von unserem Homie Gold Roger. Jetzt wo auch endlich Sommer ist, haben wir auch mal wieder die alten Jurassic-5-Sachen ausgegraben.

Angefangen habt ihr ja als Label, welches sich im Snowboard-Bereich positioniert hat. In wie weit hat der Wintersport noch Einfluss auf eure Kollektionen bzw. auf euch als Label selbst?

Da wir noch viele Kunden auch aus dieser Zeit haben, ist das immer noch sehr präsent. Auch wenn man das den Sachen jetzt wirklich nicht mehr so ansieht. Wenn ich mir jetzt einen Burton-Hoodie kaufe, sieht der auch nicht mehr nach Snowboardwear, sondern nach klassischer Streetwear aus. Genauso wie in der Musik verschiedene Genres zusammentreffen, so ist das auch in der Streetwear-Szene. Es gibt nicht mehr so viele Bereiche wie früher, wo man sehen konnte: Das ist HipHop, das ist Skate, das ist Punk …

Eure Lookbooks shootet ihr seit einiger Zeit in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Walter Glöckle. Wie wichtig ist es euch, Freunde mit in die Labelarbeit einzuspannen?

Sehr wichtig. Dieses Label ist seit der Entstehung ein Family-Ding. Ohne diese vielen tollen Leute um uns herum, würde es Mojo schon nicht mehr geben und dafür bin ich jedem sehr, sehr dankbar.

Ihr habt am 04. Juli euren ersten Store in Hamburg eröffnet. Wieso gleich ein eigener Store und nicht erst mal in die Richtung Concept-Store gehen?

Es gab die Überlegung, schon in Richtung B2B zu gehen und unsere Styles in einigen feinen Läden zu präsentieren. Oder aber weiterhin exklusiv zu bleiben und den Stuff nur im Online-Shop oder unserem Store anzubieten. Wir haben uns für den letzteren Schritt entschieden, weil wir auf der Schanze in Hamburg einen so feinen Laden gefunden haben, dass es jetzt gerade einfach keinen anderen Weg geben kann. Wir haben derbe Lust drauf und freuen uns über jeden Menschen, der mal vorbeischaut, wenn er in Hamburg ist.

Wenn ihr euch einen Artist für eine Kollaboration aussuchen dürftet, welcher wäre das?

Das ist sehr schwierig, denn wir freuen uns gerade sehr über all die Künstler, mit denen wir aktuell etwas zusammen machen. Als Streetwear-Ikone mag ich ja besonders Jeff Staple vom New Yorker Label Staple Pigeon. Aber ich denke, auch hier in Deutschland hat Casper sicherlich gute Ideen für diverse Streetwear-Styles.

Eine letzte Frage noch: Was ist eurer Meinung nach das absolute Must-have, das in keinem Kleiderschrank fehlen darf?

Ein freshes Mojo-Tank – und natürlich Adiletten.

In der Kampstraße 11 in Hamburg finden Mojo-Liebhaber ab sofort alles, was das Herz begehrt. Gründer und Geschäftsführer André Gießelmann hat sich hier einen kleinen Lebenstraum erfüllt und bietet seine Kollektion in einem echten Store zum Anfassen, Ausprobieren und Mitnehmen an.