10 Rapper aus Leipzig, die man kennen sollte

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„Mein Leipzig lob‘ ich mir!“ sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. Und auch heute ist die Stadt noch ein kultureller Mittelpunkt Deutschlands. Das gilt auch für Rap. Paradebeispiel: Samstag findet die Verleihung der „SKILLZ“-Awards statt, Leipzigs very own Rap-Kulturpreis. Dementsprechend gibt’s von uns heute zehn Leipziger Rapper, die ihr kennen solltet – ob zugezogen oder born and raised.

Morlockk Dilemma

Morlockk ist wahrscheinlich DER Leipziger Rapper. Seit Ewigkeiten in diversen Crews aktiv, liefert er schon immer vorrangig harten Battlerap mit einem unfassbaren Flow, ebenso feinste Beats unter dem Pseudonym Morlockko Plus. Diverse Kollaboalben mit Hiob, mehrere Auftritte in der splash! Mag-Cypher und haufenweise Features von Kool Savas bis Retrogott gehören zum Repertoire, wohnhaft ist er mittlerweile in Berlin.

Funkverteidiger

Ein bisschen Nostalgie-Flair hat das ja, die Funkverteidiger hier zu erwähnen. War die Base der circa 20-köpfigen Crew vor einigen Jahren noch Leipzig, wohnen derzeit die Member, zu denen Pierre Sonality, Maulheld, Mase, doz9 und einige mehr zählen, quer übers Land verteilt. Ihr saftiger BoomBap-Sound ist dennoch nicht aus Leipzig wegzudenken.

Ali Whales

Aus Bremen zugezogen, ist der kleine Bruder von doubtboy einer der freshesten Untergrund-Newcomer des letzten Jahres. Ali Whales aka. Yung Meyerlack bringt sowohl Battlerap als auch alltägliche Momentaufnahmen auf feinste LoFi-Beats und hat sich damit einen Platz in unserem Herzen erspielt.

MCE

Stilecht hat MCE zuletzt im Dezember seine „Bauchtaschen EP“ veröffentlicht und die ist geladen: Mit viel Energie rappt der Newcomer Zeilen zwischen Melancholie und Sozialkritik, immer mit dem gewissen Funken Rotzigkeit. Immer nah am Leben ist er sich auch nicht für ordentliche Punchlines zu schade.

Trettmann

Na gut, ich hoffe mal, Trettmann kennt ihr mittlerweile alle. Ursprünglich aus Chemnitz stammend, wohnt der 44-Jährige seit einiger Zeit in Leipzig und hat nicht nur ostdeutschen Reggae & Dancehall großgemacht, sondern krempelt auch seit drei Jahren die Deutschrap-Szene mit seinen KitschKrieg-produzierten Tapes komplett um.

Beppo S. & Peter B.

Die beiden Herren bringen soulige BoomBap-Tracks, Untergrund aus Prinzip. Ihre neueste Single „plusminusnull / sagmirwer“ kommt mit Visuals von Leipzigs finest Musikvideoregisseur Arvid Wünsch. Eine weitere große Hoffnung für die Oldschoolnische des Deutschraps.

Omik K.

Yes, auch in Leipzig gibt’s Straßenrap. Auf klassisch-düsteren Produktionen redet Omik K über das Leben in der Hood und die Gang, wie es sich gehört, der wohl bekannteste Track ist „Mein Barrio“. Obwohl für seinen lauten, aggressiven Stil bekannt, probiert sich der Eisenbahnstraßen-Representer neuerdings auch melodischer mit Autotune-Gebrauch aus.

Der Täubling

Der Täubling zeigt uns die Abgründe Leipziger Raps auf. 2011 kam „Das Video“ raus, in dem jemand mit Hasenmaske und verdammt unangenehmen Flow und Stimme nicht nur leicht touretteartige, sondern auch verdammt weirde Zeilen spuckte. 2017 kam dann endlich ein ganzes Album voller Absurditäten über das Mainzer Label Sichtexot und irgendwie lieben wir es.

Gossenboss mit Zett

Der selbsternannte schlechteste Rapper des Landes ist based in Dresden und Leipzig. Er will mit der Szene nicht viel zu tun haben, macht sein eigenes Ding und genau das ist es, was seine Fans an ihm schätzen. Besonders viele Features gibt es dementsprechend auch nicht, nur mit Hood-Kollege Degenhardt ist er eng verknüpft. Gossenboss ist außerdem der Rapper mit der wohl schönsten Maske.

Dude & Phaeb

Über Jahre hinweg war das Duo DER Geheimtipp im deutschen Untergrund, auf samplebasierten Beats versprühten die beiden ihre Liebe für das Leben und die Freundschaft, Musik, die glücklich macht. Auch als Produzent sehr geschätzt, verstarb Dude26 erst vor Kurzem an einer langwierigen Krankheit. Rest in Peace, für uns bist du für immer einer der Dopesten des Landes. ♥