Graffiti-Grauzone: Tese DSF auf der Schneise zwischen illegal und legal

Die DSF-Crew ist – gelinde gesagt – eine waschechte Graffiti-Institution in Deutschland. Nachweislich mindestens seit den 1990er im Hamburger Raum unterwegs (laut verschiedenen Quellen sogar seit Ende der 1980er) springen Namen wie Rage, CCTop oder Tese jedem ins Gesicht, der seine Augen auf Bahnen oder Mauern in der hanseatischen Metropole richtet.

Doch von Aerosol alleine lässt sich schlecht Miete zahlen, weshalb ihr Crew-Mitglied Tese DSF nun ein Buch namens „Book Of Love“ veröffentlicht. Um dieses zu promoten, hat der Hamburger sich nun eine spannende Aktion ausgedacht: die Transformation von Graffiti vom illegalen zum legalen Raum. Durch das temporäre Anbringen mehrerer Leinwände an einem Zug, die beim Train-malen natürlich übersprüht werden, entstehen so ausstellungs-taugliche, verkaufbare Bilder – und die Grenze zwischen Straftat und Kunstwerk ist aufgehoben. Auch deswegen eine smarte Aktion, weil sich Tese von Hardcore-Bombern keine Ausverkaufsvorwürfe abholen muss: Die Leinwände entstanden ja illegal und sind somit real. Dope Aktion.