Gerard: „Der Hauptgrund, warum ich Musik mache, ist zu motivieren.“ // Interview

von am

Gerard ist zurück. Mit der neuen Platte „AAA“ und dem immer noch eigenen, gesund weiterentwickelten Sound. „Alles auf Anfang“? „Access all Areas“? Wofür der Titel der mittlerweile vierten Platte des Österreichers steht, soll jeder für sich interpretieren. Unmissverständliche Antworten gibt’s dafür im Interview mit unserem Autoren Louis Richter. Gerard erzählt u. a. von seiner Liebe für Alltagsanekdoten, den Plänen als Schriftsteller und vom Alltag als Labelchef.

Deutschsprachiger Rap hat sich in den vergangenen Jahren in die verschiedensten Richtungen entwickelt – auch auf Grund des Schaffens österreichischer Künstler. Deine Musik scheint davon fast gänzlich unbetroffen zu sein, du machst weiterhin „Gerard-Musik“. Ist das manchmal auch schwierig oder kannst du Trends um dich herum komplett ausblenden?

Eher letzteres. Ich kriege das natürlich alles mit, aber es catcht mich jetzt ehrlich gesagt auch nicht so, als dass das einen Einfluss auf mich nehmen könnte. Aber das war schon immer so: Bei irgendwelchen Trends bin ich mehr parallel dazu gefahren und hab mir langsam etwas Eigenes aufgebaut. Das wird auch in den nächsten Jahren weiterhin der Weg sein. Und ganz ehrlich: die Musik, die jetzt gerade so in ist, habe ich 2011/2012 gehört. Davon war ich irgendwann gesättigt, ich brauche das jetzt nicht auch noch von deutschsprachigen Künstlern.

Ebenfalls zum Thema Veränderungen: Auf „Fliege davon“ sagst du, dass du dich verändern willst, da die Welt das auch dürfe. Was hat dir das Gefühl gegeben, dies nicht tun zu dürfen?

„Fliege davon“ ist ein Dialog mit einem alten Freund, der in der kleinen Stadt geblieben ist. Vielleicht kennst du auch Leute in deinem Freundeskreis, die, weil sie sich selbst nicht trauen, etwas anzupacken, auch andere Leute immer versuchen zurückzuhalten. Gerade wenn man sich lange in so einer Umgebung bewegt, kann einen das schon verunsichern. Mittlerweile habe ich das Glück, einen Freundeskreis zu haben, wo jeder das macht, was er immer gerne machen wollte. Und das teilweise auch sehr erfolgreich. Das gibt einem Selbstbewusstsein, weil man merkt, dass es nicht nur das Leben im Dorf gibt, wo man einen vorbestimmten Weg geht oder das Geschäft vom Papa übernimmt. Es ist auch nicht immer böse gemeint von diesen alten Bekannten. Aber manchmal hatte ich das Gefühl, dass weil andere Leute sich nicht trauen, ihren Traum zu leben, sie auch nicht wollen, dass ich das tue.

Und ganz ehrlich: die Musik, die jetzt gerade so in ist, habe ich 2011/2012 gehört.

Gerard

Musstest du dich oft für deinen Weg rechtfertigen?

Ja, klar! Ey, ich hab Jura studiert. Erklär‘ da mal irgendwem, dass dich das alles eigentlich gar nicht interessiert und du Rap-Star werden willst (lacht). Auch aus meiner alten Schule bin ich, vielleicht mit zwei, drei anderen, der einzige, der einen etwas unkonventionelleren Berufsweg genommen hat. Mittlerweile hat sich das aber auch gewandelt. Seitdem ich davon leben kann, haben sich die Zweifel eher Richtung Bewunderung entwickelt. Aber der Hauptgrund, warum ich Musik mache, ist zu motivieren. Und gerade wenn du in einem Alter bist, in dem du dir unsicher bist, ob du deinen Traum verfolgen sollst und du von deinem Umfeld hörst, dass das total schwierig wird, soll dieser Song als innerer Monolog mit diesem Umfeld dienen.

Aber bist du mit deinem Ziel immer schon so selbstbewusst umgegangen, dass du gesagt hast: ‚Ich will nur das und nichts anderes‘?

Ich glaube, ich hab es nie so offen gesagt. Auch jetzt erzähle ich nicht jedem von meinen Zielen und Träumen, weil ich keinen Sinn darin sehe, mich wieder erklären zu müssen. Ich weiß auch selbst, dass gewisse Träume sehr fordernd sein werden, aber ich traue mir das zu. Ich glaube nicht, dass ich das immer großartig rumposaunt habe. Aber gedacht habe ich es mir schon immer.

In einem Interview hast du erzählt, dass es nach „Blausicht“ zunächst komisch für dich war, Berufsmusiker zu sein. Wie fühlt es sich an, ein Ziel zu erreichen, aber dann trotzdem im ersten Moment nicht wirklich zu wissen, wie man sich fühlen soll?

Das fühlt sich auf jeden Fall sehr weird an. Weil gleichzeitig war das die Erkenntnis, dass egal welches Ziel du erreichst, damit auch nicht alles geklärt ist. Ich hatte immer gleich viel Spaß am Musik machen, egal ob hundert oder zehntausend Leute meine Platte gekauft haben. Der Moment des Musikmachens ist immer derselbe. Und ich glaube, der verändert sich auch nicht, wenn du eine Millionen Platten verkaufen solltest. Ich habe realisiert, dass es diesen Moment des Ankommens eigentlich niemals gibt. Man kann nicht erwarten, dass man mit dem Erreichen eines Ziels alles für sich geschafft hat. Aber klar, das war schon sehr komisch. Seitdem 2007 mein erstes Album erschien, habe ich sechs Jahre lang auf diesen Moment hingearbeitet. Und dann hat man es geschafft und denkt sich: ‚Okay, und was jetzt?‘ Natürlich kann man das immer noch steigern, wenn man zum Beispiel in größeren Locations spielt. Aber trotzdem ist das ja blöd gesagt immer noch das Gleiche, nur auf einer anderen Ebene.

Wie bewertest du dein letztes Album „Neue Welt“ in der Retroperspektive?

Es ist zu einer falschen Zeit erschienen. Im Sommer, wo die Thematik, die ich auf „Neue Welt“ behandelt habe, einfach keine Relevanz hatte. Da ging es ja eben um das Thema, aus der Leidenschaft einen Beruf zu machen. In dem Sommer ging jedoch das Flüchtlings-Thema los und da gab es ganz andere Dinge, die völlig zu Recht wichtiger waren. Ich kann mich daran erinnern, dass ich im Taxi zu einem Interview gefahren bin und im Radio gehört habe, dass 80 Flüchtlinge in einem LKW in Österreich ums Leben gekommen sind. Und ich musste dann da über mein Album reden, was darauf keinen Bezug nahm. Auch weil es schon vier Monate vorher fertig war. Das lief nicht optimal. Dazu kam die Single-Auswahl, die vielleicht ein wenig zu verwirrend war. Wir haben zuerst ein Akustik-Video ausgekoppelt, wo viele dachten, dass ich jetzt eben auch eine Akustik-Platte rausbringe. Das war taktisch wahrscheinlich nicht so klug. Aber jeder, der es gehört hat, hat mir damals auch bestätigt, was mir eigentlich schon bewusst war: Dass „Neue Welt“ so ein Album-Album ist, wo man sich reinhören muss und was auf lange Sicht funktioniert.

Ich hab Jura studiert. Erklär‘ da mal irgendwem, dass dich das alles eigentlich gar nicht interessiert und du Rap-Star werden willst.

Gerard

Inwiefern hat diese Reflexion des Albums die Arbeit an der neuen Platte beeinflusst?

Zwischen „Blausicht“ und „Neue Welt“ lagen nur anderthalb, zwei Jahre. In dem Zeitraum habe ich nicht so viele Dinge erlebt, weil es nun mal auch ein begrenzter Zeitraum war. Und die Dinge, die ich erlebt habe, musste ich auch erst einmal verdauen, bevor ich drüber schreiben konnte. Daher habe ich es mir absichtlich zum Konzept gemacht, eher aus einer globalen Perspektive zu schreiben und nicht unbedingt über kleine Geschichten, wofür man Gerard eigentlich kennt. Genau das ging dieses Mal wieder. Auch weil zwischen „Blausicht“ und „AAA“ jetzt doch fast dreieinhalb Jahre liegen. Das war der positivste Effekt. Dass ich mir dieses Storytelling-Material aufgespart habe und jetzt wieder verwenden konnte.

Du hast das Album mit Albin Janoska produziert, welcher ein Teil der sehr erfolgreichen Band SOHN ist. Merkt man das bei der Arbeit im Studio?

Ehrlich gesagt gar nicht! Aber wenn man manchmal einen Studiotermin mit ihm ausmachen will und er dann sagt: ‚Ne, da bin ich bei Jimmy Kimmel‘, merkt man das auf die Art und Weise schon (lacht). Aber wenn man sich in einem anderen Umfeld bewegt, wirken krasse Dinge manchmal gar nicht mehr so krass. Zum Beispiel beim SXSW-Festival in den USA: Wenn ich da mit SOHN rumhänge und frage, wann das Kanye-Feature durch ist und Albin dann von ersten Treffen erzählt. Oder dass er Credits am Rihanna-Album hat. Würde ich so Dinge einem alten Schulkollegen erzählen, würde er mir nicht glauben, dass ich so einen Menschen kenne. Aber wenn man eben die Chance hat, hinter die Kulissen zu blicken, merkt man, dass das eben auch einfach nur ein Mensch ist, der das schon lange und fokussiert macht.

Auf „Luftlöcher“ setzt du deine eigenen Probleme in Relation und in einen globalen Kontext. Gab es einen Schlüsselmoment, der zu diesem Song geführt hat?

Eigentlich war das genau der Zeitraum um das Erscheinen von „Neue Welt“. Deswegen war der Track auch die erste Single zu „AAA“, weil ich mein verspätetes Statement zu diesen wichtigen Themen abgeben wollte. Wobei ‚verspätet‘ ja so nicht stimmt, leider Gottes sind viele dieser Themen ja immer noch aktuell. Aber es war mir einfach noch wichtig, Bezug auf diese Dinge zu nehmen, auf Gerard-Art und Weise. Nicht so offensichtlich politisch, sondern eher zwischen den Zeilen den Alltag mit diesen globalen Problemen zu verbinden. Eben dieser Moment, dass ich mich ärgere, dass mein Album zu einem falschen Zeitpunkt rauskommt, aber dann merke, wie krass es ist, überhaupt so ein Album in einer Zeit machen zu können, in der andere Leute irgendwo auf der Welt erschossen werden. Einfach, weil sie an einem anderen Ort auf die Welt gekommen sind. Das muss man sich vor Augen halten. Wenn ich wieder einmal den Kopfhörer-Adapter fürs neue iPhone in meiner Wohnung in Wien verlegt habe, und mich das krass nervt, denke ich mir oft, was z.B. ein syrischer Flüchtling dazu sagen würde. Der würde alles für meine Probleme geben.

Ich würde dich aber nicht als jemanden einschätzen, der ein wirklich geradliniges Polit-Rap-Album machen würde.

Ja, das hat mehrere Gründe: Erstens finde ich es sehr schwierig, das dann nicht mit dieser Zeigefinger-Mentalität zu machen. Ich will niemandem meine Meinung aufdrücken, weil mir bewusst ist, dass jeder Mensch in seinem Leben andere Erfahrungen gemacht hat. Zweitens: Mir hat einmal ein Regisseur gesagt, dass er immer darauf achtet, keine Handys in seinen Filmen vorkommen zu lassen. Denn anhand der Modelle kann man sich relativ schnell erschließen, aus welchem Jahr der Film ist. Bei mir ist es ähnlich: Ich will zeitlose Musik machen. Und wenn ich jetzt konkret den Syrien-Krieg anspreche, wüsste man in zehn Jahren beim Hören direkt, aus welchem Zeitraum die Musik stammen muss. Aber ich möchte, dass meine Musik immer aktuell ist. Wenn in zehn Jahren ein anderer Krieg ausbricht, sollte man den Inhalt immer noch darauf beziehen können.

Du hast letztens einen Kurzfilm von Lukas Halder geteilt, in dem mit deinem Track „Verschwommen“ gearbeitet wird. Wie hat sich das für dich angefühlt?

Das war völlig krass. Ich habe eine E-Mail bekommen, in der gefragt wurde, ob die das aufgenommene Material überhaupt verwenden dürfen. Es wäre nämlich traurig, wenn nicht, auf Grund des vielen Aufwands. Im ersten Moment dachte ich mir: ‚Okay, wieso fragst du nicht vorher?‘ (lacht). Dann habe ich es aber gesehen und fand es richtig krass. Es ist schön, dass meine Songs als Dialoge funktionieren. Ich wollte eh schon, bevor ich den Kurzfilm bekommen habe, anfangen, Drehbücher zu schreiben. Und es ist einfach cool, dass man sich da gegenseitig inspirieren kann, der Hörer und ich. Gerade in der Kreativität gibt es ja keine Hierarchien. Jede Idee ist da gleich viel wert. Und so wie ich den Hörer inspiriert habe, einen Kurzfilm zu drehen, hat er jetzt mich inspiriert, wirklich mal in diese Richtung zu gehen.

Ich hatte immer gleich viel Spaß am Musik machen, egal ob hundert oder zehntausend Leute meine Platte gekauft haben.

Gerard

Tatsächlich habe ich mir beim Hören deiner Musik oft gedacht, dass du auf Grund des Gefühls für Worte auch Bücher schreiben könntest. Welche Themen oder Szenerien würden dich auf dem Gebiet reizen?

Ich würde schon gerne über etwas Realistisches schreiben, einen normalen Roman quasi, der in unser aller Leben passieren könnte. Ich bin auch ehrlich gesagt schon dran. Ich brauche jetzt nur noch einen Plot (lacht). Ich schmeiße immer wieder Sachen um, aber habe schon einen Erzähl- und Schreibstil gefunden.

Der Gedanke mit den Büchern kam bei mir auf, weil du kleine Alltagsszenen, die oft nur Sekunden andauern, immer gekonnt in sprachliche Bilder verpackst. Was packt dich an diesen kurzen Sequenzen so?

Ich finde so Szenen einfach geil. Wenn man mit offenen Ohren und Augen durch die Stadt läuft und irgendwelche absurden Bilder oder Dialoge aufschnappt, das finde ich einfach geil. Teilweise aber auch traurig. Heute bin ich um neun Uhr morgens hier in Berlin angekommen und habe erst mal einen Typ gesehen, der sich neben mir so eine kleine Wodka-Flasche auf Ex reingezogen hat. Danach noch Bier. Das hat mich wieder so traurig gemacht. Aber es gibt einfach so krass viele verschiedene Realitäten. Man läuft immer nur mit seiner eigenen Realität und den eigenen Problemen durch die Welt. Aber ich finde es immer entspannend und gleichzeitig auch spannend, sich in andere Lebensrealitäten hineinzuversetzen.

In dem Song „Wolken aus Gold“ beschreibst du die kurzweilige Konversation mit einer amerikanischen Stewardess. Sie fragt, wie es dir geht, um daraufhin nicht einmal deine Antwort abzuwarten. Was hat dich an dieser Szene so gepackt, dass du sie in dem Song verarbeitest?

Weil sie metaphorisch für eine gesamte Gesellschaft steht. In Amerika sagt ja jeder sofort: „How are you, bro?“. Aber wenn du dann anfängst zu erzählen, hören die Leute oft gar nicht mehr zu. Dieser Dialog steht auch für die Gesellschaft in Deutschland, wo man gar nicht miteinander spricht. Und für Amerika, wo man das total viel macht, man aber auch hinterfragen muss, wie ernst diese Gespräche sind. Ein Typ aus Los Angeles hat mir das ziemlich gut erklärt. Er meinte, dass in L.A. jeder freundlich ist, aber niemand dein Freund sein möchte.

Du bist mittlerweile auch Chef deines selbst gegründeten Labels „Futuresfuture“. Kommt der Schritt auch daher, dass im digitalen Zeitalter jeder eigenständige Künstler das, was ein Label heute noch bieten kann, fast alleine auf die Beine stellen kann?

Ja, auch. Und ich habe gemerkt, dass sich die Musikindustrie durch Streaming und Social Media total revolutioniert. Zwischen der Realität und der Infrastruktur der Industrie besteht ein luftleerer Raum. Weil die jungen Künstler sind mittlerweile extrem selbstständig. Die brauchen nicht viel Budget, weil du heutzutage alles auf deinem Mac machen kannst. Auch Dinge wie das Pressen und fertigmachen von CDs, was früher alles Aufgaben der Labels waren, sind einfach nicht mehr so wichtig. Von daher bezeichnen wir uns auch eher als Coaches, weil wir junge Künstler beraten und ihnen ein gewissen Know-How und Netzwerk zur Verfügung stellen. Aber natürlich kümmern wir uns auch um klassische Dinge, wie den Vertrieb. Dennoch sehen wir uns eher als Coaches, dafür sind unsere Konditionen aber auch viel fairer. Weil auch als Künstler weiß ich, dass es nicht mehr fair ist, für die Leistungen, die vor zehn Jahren noch wirklich relevant waren, heute noch die gleichen Konditionen zu verlangen. Die Intention war also eher, passend zu dieser Entwicklung der Industrie einen neuen Ansatz für Künstler zu bieten.

Manchmal hatte ich das Gefühl, dass weil andere Leute sich nicht trauen, ihren Traum zu leben, sie auch nicht wollen, dass ich das tue.

Gerard

Aber man muss sich dich nicht als den Labelboss vorstellen, der aus seinem Chefsessel heraus alles absegnet, bevor ein Künstler irgendetwas releasen darf?

Ne, gar nicht. Ich bemühe mich eher darum, mit den Künstlern über ihre Projekte zu sprechen. Wenn ein Künstler gerne eine bestimmte Sache machen möchte, die ich nicht ganz verstehe, frage ich nach den Gründen. Und entweder merkt der Künstler dann, dass er es auch nicht ganz begründen kann und er vielleicht etwas anderes machen sollte, oder er erklärt mir genau warum er diese Sache machen möchte, und dann ist alles gut. Von daher lasse ich jeden machen und gebe einfach meine Meinung dazu. Wenn er sich an die hält: geil. Wenn nicht, soll er sich darüber im Klaren sein, welche Konsequenzen welche Entscheidungen mit sich bringen. Das ist eigentlich meine Hauptaufgabe: Den Künstlern ein Gefühl dafür zu geben, welche Konsequenzen bestimmte Moves erzeugen, damit sie sich auf der Basis dessen eine Meinung bilden können.

Wie fühlt es sich für dich an, mittlerweile in der Rolle des Ratschlaggebenden zu sein?

Wir signen jetzt bald einen Künstler, der einfach mit 16 zum ersten Mal auf einem Konzert bei mir war. Oder sogar mit 14? Lass mich rechnen (überlegt). Doch, mit 14! Der hat sich damals irgendwie aufs Konzert gemogelt. Wenn du das so hörst, denkst du dir schon: Wow, ich werde alt (lacht). Aber es ist schön zu sehen, dass ich schon mit den ganz alten Sachen wie „Blur“ Leute beeinflussen konnte. Auch Jugo Ürdens meinte, dass er dieses Album früher gehört hat. Diese Platte hat damals gefühlt keinen Menschen interessiert. Und dennoch hat man wohl irgendwen damit erreicht, der später auch angefangen hat, Musik zu machen. Das ist schon geil.