Drums please: die 15 besten Beatmaking-Videos – #workinonit

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„Looking for the perfect Beat“: Es ist zwar nicht gesichert, ob Afrika Bambaataa diese Aufgabe an die Pfadfinder-Abteilung der Zulu Nation weitergegeben hat, aber die Suche nach dem perfekten Beat gehört zu HipHop seit den ersten Blockpartys. Gott sei dank hat es das Internet erheblich erleichtert, diesen zu finden. Doch das Internet hat die Suche auch sichtbar gemacht und abgesehen davon, dass es unheimlich Spaß macht, einem Beat beim Entstehen zu lauschen, ist es auch eine gänzlich unverfängliche Möglichkeit, dem eigenen Producer-Helden über die Schulter gucken zu können. Wir haben unsere 15 liebsten Beatmaking-Videos zusammengestellt. In diesem Sinne: Give the Drummer Some!

01

Erick Sermon

Sein letzter, eigens-produzierter Hit ist zwar mittlerweile gut 15 Jahre alt („Music„, 2001), doch die signifikante Handhabe des Green-Eyed-Bandit ist auch 29 Jahre nach seinem Debüt einer der leidenschaftlichsten Beatmakings überhaupt. Method Man & Redman, Keith Murray, Jay-Z, Too Short, 50 Cent, Dilated Peoples, Xzibit, Beyoncé, Ludacris, Busta Rhymes und sogar NBA-Legende Shaquille O’Neal haben sich schon auf sein musikalisches Gespür verlassen. Das überaus unterhaltsame Video wurde übrigens in DJ Desues Berliner Studio aufgezeichnet und beweist einmal mehr: HipHop ist eine Weltsprache.

02

Melodiesinfonie

Melodiesinfonie prägte mit seinem Boyoom Connective die Schweizer Beat-Szene wie kein anderer, sein Album „Be Thankful“ erschien beim Kölner Liebhaber-Label Melting Pot Music und außerdem landete er schon Jahre vor dem Hype mit zwei Releases bei den L.A.-Instrumental-Königen von Soulection. Sowas nennt sich Tastemaker. Regelmässig postet der Mittzwanziger auf seinem Facebook-Account kleine Einblicke in seinen Studioalltag. Hier ein Auszug:

03

Marco Polo

Seit Jahren ist Marco Polo der Go-To-Guy in Sachen zartbeseeltem Traditionsbummtschakk. In seiner Diskografie wurden schon Kollabos mit Torae, A-F-R-O, Your Old Droog, Ed OG, R.A. The Rugged Man, Pharoahe Monch oder Talib Kweli gestanzt. Im Zuge der Albumpromo zu „Double Barrel“ vor hundsgemeinen sieben Jahren, lies es sich auch der zertifizierte Katzenliebhaber nicht nehmen, seine Zaubereien vor der Kamera vorzuführen.

04

Metro Boomin

„Metro Boomin‘ want some more“. Als einer derzeit ansgesagtesten Producer (Beats für u.a Drake, Future, Young Thug, Gucci Mane oder French Montana) überhaupt, dürfte Metro Boomin mit seinen 22 Jahren mit dem Phänomen Beatmaking-Video aufgewachsen und sozialisiert worden sein. Selbstredent, dass er nicht bloß ein Tutorial für Image-Line gemacht hat, sondern sich auch diesem Thema widmete.

05

Pete Rock

Für nicht wenige ist der Soulbrother No.1 eine Institution und überhaupt der Grund gewesen, sich hinter eine Musikmaschine zu setzen. Zahlreiche Klassiker wie „T.R.O.Y“, „The World Is Yours“ oder „Juicy“, aber auch „The Joy“ von Yeezy und Jigga gehen auf das Konto des Felsenpeters. Seine Vorführung an der MPC ist zwar schon gut zehn Jahre alt, aber einem Meister zuzuschauen, hat noch keinem geschadet.

06

Kanye West

Es gab eine Zeit, da war Mr. West noch nicht mit Anwaltstöchtern verheiratet oder erlag in aller Öffentlichkeit seinen Weltherrschafstfanatsien, sondern machte einfach nur Musik. Die war damals wie heute, aber unschlagbar dope. Ein visuelles Relikt einer vergangenen Ära.

07

Jahlil Beats

Jahlil ist einer der meist-unterschätzen Beatmaker überhaupt. Denn obwohl er bereits zahlreiche Bomben für The Game, Gucci Mane, Meek Mill, Boogie oder auch Skyzoo und Royce Da 5’9 hochgehen ließ, fällt der Name des FL Studio-Wunderkindes eher selten in den Producer-Lieblingslisten. Warum, erklärt dieses Video nicht – eher im Gegenteil.

08

Hit-Boy

Auch Hit-Boy ist ein Kind der ersten digitalen Revolution: Sein Set-Up bestand von Beginn zum Großteil aus FL Studio und ein paar Plug-Ins. Das hat ihn immerhin schon auf die Album von Kanye West & Jay Z, Lil Wayne, Mary J. Blidge, Snoop Dogg, Rihanna, A$AP Rocky und Beyoncè gebracht, deren Song „Bow Down“ er hier noch einmal vor laufender Kamera nachbaut.

09

DJ Desue

Desue ist ein Tausendsassa. Egal ob als Tour-DJ für Sido, als Co-Producer eines der erfolgreichsten HipHop-Video-Formate 51TV oder als seit Jahren gefragter Beatmaker – der Mann ist HipHop. Auch sein Beatmaking-Video zeigt eindrucksvoll, warum Desues Fähigkeiten schon von Fler, Sido, Haftbefehl, Samy Deluxe, Massiv, Bushido, aber eben auch MC Rene beansprucht wurden.

10

araabMuzik

Obwohl araabMuziks Productioncredits so illustre Tonträger von Joe Budden, Cam’ron, Styles P, Fabolous oder 50 Cent säumen, stand der Mann vor allem für seine atemberaubende Fingerfertigkeit an der MPC schon in gefühlt jeder Timeline. Vielleicht ist dies hier nicht die Mutter aller Beatmaking-Videos, aber definitiv ein Abkömmling von ihr.

11

DJ Dahi & Raki

Eine der gemeinsten Fragen, die man einem HipHop-Fan dieser Tage stellen kann: Welches ist dein Lieblingssong auf „good kid, m.A.A.d city“? Zweifelsohne dürfte „Money Trees“ sehr häufig genannt werden. Grund genug, den jungen Klassiker von Kendrick noch einmal mit den Worten seiner Producer im Einzelnen erklärt zu bekommen.

12

Ski Beats

Das Making-Of eines der größten Hits vom Jiggaman und fast nebenbei wohlmöglich einer der größten HipHop-Beats aller Zeiten. Ski Beats hat noch einmal erklärt, wie er „Dead Presidents“ von Jay Z produziert hat. Nicht mehr, nicht weniger oder in seinen Worten: „It wasn’t really too much. But the shit was hot.“

13

Jake One

Als einer der vielseitigsten Producer im Game, war Jake One bereits auf Veröffentlichungen von 50 Cent, Freeway, Wale, Dom Kenndey, Rick Ross, Homeboy Sandman, J.Cole, Drake oder Pusha T vertreten. Eines der insgesamt vier „Behind The Beat“-Videos von ihm erzählt die Entstehungsgeschichte von Chance The Rappers „Acid Rain“. Hitmaker!

14

DJ Exile

DJ Exile ist nicht gerade der erste Name, der fällt, wenn es um ein Producer-Assoziationsspiele geht. Doch der Macher der Musik von Blus „Below The Heavens“ oder Fashawns „Boy Meets World“ zählt zu den verlässlichsten Beatschmieden der Westcoast – und sucht sich nebenbei auch mal ganz simpel Sachen aus dem Radio.

15

DJ Khaled, DJ Premier & Justice League

Nicht bloß, dass Video lässt endlich erahnen, was DJ Kahled eigentlich genau macht – der Clip ist auch deswegen sehenswert, weil man hier ganz unverbindlich drei HipHop-Generationen während der Arbeit zuschauen kann. Call it Lehrstunde

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Bonus: Rhythm Roulette

Wer jetzt immer noch nicht genug hat von Sequencern, Drum-Computern, Plug-Ins und Schallplattenknistern hat, kann sich die absolut sehenswerte Reihe „Rhymthm Roulette“ reinziehen. Eine mittlerweile über 50 Folgen umfassende Challenge an der unter anderem schon EL-P, Erick The Architekt von den Flatbush Zombies, Big K.R.I.T., 9th Wonder, Large Pro, Oh No oder Mac Miller teilnahmen und die nicht zuletzt dadurch entstand, dass ein paar Kindsköpfe es spannend fanden, ihren Helden beim Musik-Machen zu zusehen.