„Don’t Call It Road Rap“ – Noisey UK Rap-Doku // Doku

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Klar, Grime ist im Jahr 2017 ein weltbekanntes Phänomen. Doch längst nicht alle „Grime“-Artists sehen sich auch als diese. Noisey widmet ihre dritte UK Rap-Doku den sogenannten „Road Rap“-Artists.

„Road Rap“ bezeichnet im United Kingdom das, was landläufig als „Straßenrap“ bezeichnet wird. Eine klare Grenze zum Grime gibt es dabei nicht. So ist Road Rap-Vorzeigebild Giggs genauso im Grime beheimatet. Authentizität spielt eine wichtige Rolle – für Künstler wie die 67-Crew oder C Biz geht es tatsächlich darum, mit Rap von der Straße zu kommen und illegale Geldbeschaffungsmaßnahmen hinter sich zu lassen. Dabei spricht Noisey, nach der irgendwo zwischen Cringe und Entertainment zu verortenden Blackpool-Doku, ein durchaus ernstes Thema an.

Mit der Form 696, die „risk assessment form“, legt man von offizieller Stelle den Künstlern erheblich Steine in den Weg. Künstler und Veranstalter sind gezwungen, die Form 696 auszufüllen, um eine eventuelle Gefahrenlage beurteilen zu können. In der Praxis führt das dazu, dass Rapper mit expliziten, gewaltverherrlichenden Inhalten im UK in der Regel keine Gigs spielen dürfen. In der Doku, moderiert von UK-Legende Mike „The Streets“ Skinner, kommen bereits etablierte Rapper wie die Section Boyz, genauso wie Newcomer und Untergrund-Künstlern wie Corleone, Potter Payper and Skore Beezy zu Wort. Sie zeichnen ein interessantes Bild vom Straßenrap im UK. Pflicht-Lektüre.