Donnerstag: Rihanna x Royce Da 5’9 x OK Kid x Millone x Crack Ignaz

Es ist doch immer das Gleiche. Am Anfang der Woche nimmt man sich vor, nun aber endlich mal die Hausarbeit zu schreiben, das Katzenklo zu säubern oder das Fahrrad zu reparieren. Am Dienstag und Mittwoch nörgelt man sich dann an seinen Pflichten vorbei, hört ein bisschen Rap und auf einmal stellt man aufgeregt fest: „Es ist ja schon Donnerstag!“ Wer ist Schuld? Im Zweifelsfall der Tagesrückblick:

01

Rihanna – Sledgehammer

Ein neuer Star Trek-Film, der mit dieser poppigen Universum-Schmonzette beträllert und in einer animierte Weltraum-Kulisse visualisiert wird, in der Riri eine art Alien-Version amerikanischer Ureinwohner gibt. Berechtigte Frage: „Was hat das mit HipHop zu tun?“ Nun, zumindest ein Drittel der Redaktion ist seit dem Album „Anti“ (und heimlich schon seit „Umbrella„) unsterblich in Rihanna verliebt. Liebe macht ja bekanntlich blind. Manchmal auch taub. Ohren zu und durch.

02

Waldo the Funk feat. MC DJ Oldschool Legende – OADM2

„Ich will auf keinen Fall real sein.“, sagte uns Waldo the Funk vor einigen Wochen im Interview. Heute kommt der WSP-Brudingo auf einem tiefentspannten Organic-Cloud-Beat von Enaka mit „gepanzerten Sörens“ und aufdringlichem Ohrwurm-Chorus. Da brauchst du doch gar keine Pumpgun, Waldo!?

03

Royce Da 5’9“ feat. Rick Ross & Pusha T – Layers

Royce ist ein Mysterium. Im Fahrwasser seiner Backpacker-Supergroup Slaughterhouse oder in Kombi mit Premo als PRhyme gerne mal als hängengebliebener Rap-Rentner abgestempelt, lässt der ehemalige Eminem-Sidekick zwischen aller Throwback-Nostalgie auch gerne mal durchblitzen, dass seine lyrischen und performativen Fähigkeiten durchaus für die Champions League reichen. So geschehen auf „Layers“.

04

Square One – Applause

Geschichtsbewusste Leser wissen es bereits: „Walk Of Life“ von Square One ist vermutlich das beste englisch-sprachige Rap-Album, das jemals innerhalb der deutschen Staatsgrenzen produziert wurde. Zum 15-jährigen Jubiläum legt Showdown nun das Klassikeralbum neu auf. Die erste Single von damals, ist die erste Single von heute. Standing Ovation-Alert!

05

OK Kid – Blüte dieser Zeit

An OK Kid scheiden sich die Geister. Für die einen ist der weinerliche 20-Something-Blues spätestens mit Caspers „Hinterland“-Album zu Ende gesungen worden und das Trio entsprechend outdated, für andere stehen die Kölner auch mit ihrem zweiten Album „Zwei“ als authentisches Abziehbild ihrer Generation für einen unorthodoxen Sound, der (Genre-)Grenzen überschreiten will. „Blüte dieser Zeit“ blickt auf Träumereien von früher zurück, ohne die leicht überstrapazierbare „Früher-war-alles-besser“-Drüse auszudrücken. Swah!

06

Millone – Ich bin guttah

Beats für grim104, Features mit Juicy Gay und eine Tweet-Frequenz, die der No Sleep Gang alle Ehre machen würde: Millone schiebt seit einigen Monaten WWWelle. Im Frühjahr erschien seine EP „Swag Files Vol.1„, die den wortverspielten Großmaul-Grind des 26-Jährigen schon eindrucksvoll vom Tweet-Feed auf Beats hievte. In seinem ersten Video zum kürzlich releasten Mixtape „Maggagene“ zeigt sich nun final, was der durchschnittliche splash!-Besucher seit Jahren ahnt, fürchtet oder feiert: HipHop und das Internet sind eine fruchtbare Symbiose eingegangen. Denn „Ich bin guttah“ ist mit zahlreichen Cameos von unter anderem Fruchtmax, Hugo Namless, Juicy Gay und AsadJohn nicht nur ein beispielhafter Querschnitt der Deutschrap-Newcomer-Szene 2016, sondern auch die Video gewordene Twitter-Timeline. Ein subtiler Augenzwinker-Swag, eine wachsende Fanbase und eine splash! Mag TV Premiere. Logische Konsequenz für Millone: Er ist guttah.

07

Crack Ignaz – Pluto (Baby Blanc Rmx)

Bei aller „Aurora“-Rotation vergisst man glatt, dass der Hanuschplatz-Homie Ignaz, dieses „Kind dieser Galaxie“, ja auch ein beachtliches Werk mit Wandl hingelegt hat. Das eben diesem „Geld Leben“-Album-entstammende „Pluto“, im Ursprung ein Bossa Nova-esker No-Drum-Beat, hat einen Screwd-stretched Boom Bap-Kur von Baby Blanc bekommen. „I bin ganz woanders…“ Wir auch.

08

Mick Jenkins feat. theMIND – Sunkissed

Seit seinem Mixtape „The Water[s]“ ist der Chicagoer einer der heißesten Thron-Anwärter aus Chi-City. Teilte sich doch schon Studiozeit mit Kaytranada, Saba, Donnie Trumpet oder Lee Bannon. Bevor sein Album „[T]he [H]ealing [C]omponent“ erscheint, kommt Mick Jenkins aber – selbstredend – erstmals zum splash! Für jede Menge Sonne, bringt hoffentlich auch seinen neuen programmatischen Track „Sunkissed“ mit. „Drink more water“ und fühlt euch geküsst.

10

#splash19-Playlist @ Spotify

In genau einer Woche werden sich viele von euch schon auf der splash! 19 Pre-Party zu 187 Strassenbande, Flatbush Zombies und einigen anderen eingrooven. Aber auch die Fahrt zum besten Festival der Welt will mit be-turn-uppender Musik gestaltet werden. Wir haben da mal was vorbereitet #biolekvoice.