Menschen, Maschinen & Natur – Doe Diggla & MecsTreem über „Hydrofunk“

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Beat-Tapes gibt es wie Sand am Meer – umso wichtiger ist es, sich Gedanken um die eigenen Instrumentals zu machen. Für ihre Platte „Hydrofunk“ haben Doe Diggla und MecsTreem genau das zu Herzen genommen. Nachdem wir letzte Woche das Video zu „Mango Tango X Like That“ präsentierten, haben wir den Jungs auch gleich ein paar Fragen zu ihrem Split-Album gestellt, dass es auf Vinyl gibt.

Wie habt ihr euch kennengelernt und wie ist die Idee zu dem Projekt entstanden?

Doe Diggla: Das müsste im Sommer ’13 gewesen sein. Dalai Limba, ein befreundeter Fotograf und Filmer, war damals bei mir in Ulm zu Besuch und meinte, dass ich unbedingt Max kennenlernen müsse, da unsere Beats gut zusammenpassen würden. Wir haben kurz miteinander telefoniert, uns dann ein paar Monate später bei einer East-West-Session persönlich kennengelernt und uns auf Anhieb sehr gut verstanden. Die Idee zu „Hydrofunk“ kam, nachdem wir uns ein paar Beats hin- und hergeschickt haben.

MecsTreem: Christian Limber meinte, wir sollten uns mal austauschen – und das haben wir gemacht. Die Idee zur Platte kam irgendwann Zustande, als wir feststellten, dass einige unser Instrumentals ganz gut zusammenpassen.

Ihr habt jeweils eine Seite der Platte übernommen. Plant ihr auch, mal zusammen zu produzieren und wie würde das klingen?

Doe Diggla: Naja, auch wenn wir mittlerweile in der selben Stadt wohnen, ist es für uns beide schwer, Zeit von Familie, Job und eigenen Projekten freizuschaufeln. Max ist auf menschlicher Basis jedenfalls ein Top-Typ. Geplant ist erstmal nichts, aber möglich ist alles. Klingen würde das natürlich dope.

MecsTreem: Ich glaube aber, ich bin für so etwas nicht besonders gut geeignet.

Thomas Hajdu hat das Projekt visualisiert. Wie kam die Zusammenarbeit mit ihm zustande und was sind die Gedanken dahinter?

Doe Diggla: Thomas ist ein sehr guter Freund und talentierter Grafiker aus meiner Heimatstadt, mit dem ich schon längere Zeit vorhatte, auf einem Kunst-Projekt seine visuellen Fähigkeiten mit meinen musikalischen Werken zu verbinden. Wir haben auch schon davor bei Partys, Veranstaltungen oder Kunstinstallationen zusammengearbeitet. Es war vielmehr Zufall, dass Max und ich uns ungefähr zu dieser Zeit öfter Beat-Pakete hin- hergeschickt haben, woraus allmählich die Idee zu „Hydrofunk“ wuchs. Ich wollte aus „Hydrofunk“ unbedingt ein besonderes Projekt machen und so kam Thomas wieder ins Spiel. Im Sommer 2014 standen die Beats fest und nach etwas Überredungskunst entstanden die ersten Visual-Clips, bei denen ich noch daneben auf der Couch saß. Alles ging relativ rasch von der Hand, sodass die zugegebenermaßen etwas größenwahnsinnige Idee, mit gleich zwölf Visual-Clips, a la „jeder Beat soll ein Video kriegen“, plötzlich im Raum stand. Zu diesem Zeitpunkt konnte ja noch keiner ahnen, dass die Arbeiten dann nochmal zwei Jahre bis zum Release anhalten würden. Aber so ist das halt mit künstlerischen, freien Arbeiten, die man Low-Budget-mäßig aus den eigenen Rippen schnitzt. Und ohne Thomas wäre „Hydrofunk“ nur halb so schön.

Thomas Hadju: Die Visuals sind als Ganzes meine kleine Hommage an an „Koyaanisqaatsi“ (experimenteller Film von 1982; Anm. d. Verf.), die Quaatsi-Reihe sowie ähnliche Filme und Dokumentationen – also das Thema „Mensch, Industrie, Technik, Natur“ in experimenteller Art visualisiert und in einen Kontext gestellt. Der Gedanke dahinter war es, die Visuals zum Live-Einsatz zu kreieren und eine komplette Show für das Album zu erstellen. Man muss sich die Clips auf einer LED-Wand hinter den beiden Jungs vorstellen.

Woran arbeitet ihr aktuell und mit was für Output ist als nächstes zu rechnen?

Doe Diggla: Ich habe auf jeden Fall noch genug Stuff auf Halde und bin auch weiterhin fleißig am Produzieren. Ich würde nur sehr gerne bei meinen nächsten Projekten weiterhin die Qualität halten, was Video und Grafik-Content angeht. Mal schauen, wie sehr das realisierbar ist. Ich habe da auch schon den einen oder anderen Künstler, Grafiker oder Filmer im Auge, aber wie die Zusammenarbeit dann konkret ausfällt und in welchem Rahmen, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Ich würde aber schon sehr gerne zeitnah nachlegen. Mal schauen, was noch kommt.

MecsTreem: Viele Projekte, aber ich kann noch nix Konkretes sagen.