Dirk Nowitzki – „Der Air Force One ist mein Go-to-Sneaker.“

Mittlerweile muss man niemandem mehr erklären, wer Dirk Nowitzki ist: Der 2,13-Meter-Hüne aus Würzburg ist einer der besten Basketballer in der Geschichte des Sports und sammelt seit seinem NBA-Debüt 1998 mit seinen Dallas Mavericks Rekorde am laufenden Band.

Seine ersten Schritte auf amerikanischen Courts bescherten dem „German Wunderkind“ jedoch gemischte Reaktionen – das Schuhwerk war schuld: „Ich bin da mit Jordans aufgelaufen und wurde direkt dafür verarscht“, erinnert sich Dirk. „Ein Weißer, der meint, in Jordans Schuhen zu spielen, war dort nicht so der Renner. (lacht) Nach einer Woche haben sie mir dann andere Nikes besorgt und ich musste dann in denen trainieren.“

Besitzt du viele Schuhe?

Ich habe sehr viele Schuhe. Irgendwann hat die Chefin zu Hause sie aber in die Garage geschmissen, weil es einfach zu viele waren. Mittlerweile habe ich alle meine Sneakers in einem Regal in der Garage untergebracht. Ich bin jetzt nicht so ein Freak, wie die ganzen Celebritys, die bei ihren „MTV Cribs“ acht Millionen Schuhe vorführen. Aber ich hab schon einige Sneakers. Meine Dress-Schuhe sind jedenfalls noch im Haus.

„Für mich ist es ein Glücksfall, dass Nike Converse übernommen hat, denn ich trage sehr gerne Chucks.“

Der Air Force One ist eines deiner Lieblingsmodelle, richtig?

Der Air Force One ist mein Go-to-Sneaker. Wir wissen ja alle, dass ich oldschool bin und da bin ich mit den Air Force Ones am Start. Aber Basketball spielen, wie früher Rasheed Wallace, würde ich in den Schuhen nicht. Da ist die Sohle ein bisschen zu hart. Aber so zum Rumlaufen: Weltklasse! Sehr bequem. Wobei ich den Air Force Lunar fast noch ein bisschen lieber mag, weil die Sohle weicher ist.

Früher hast du vor allem im Max Air gespielt.

Im Max Air gespielt, und alles bis Zoom mal probiert. Beim Zoom saß aber alles zu weit oben, das war für mich einfach zu bouncy. Da bin ich lieber flacher auf dem Boden, mit durchgehender Sohle. Das war mir immer wichtig, deswegen habe ich schon vor einer Weile gewechselt und komme damit sehr gut gut zurecht.

ING-DiBa Pressebild

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Wie lange brauchst du, um einen Schuh wirklich zu spüren?

Wir wissen ja, Michael Jordan hat früher immer nur ein Spiel mit seinen Schuhen gemacht. Bei uns gibt’s auch viele, die oft wechseln – Monta Ellis zum Beispiel. Ich mag meinen Schuh eigentlich schon bisschen eingespielt: Ich würde mal sagen, alle fünf Spiele spätestens wechsle ich. Natürlich spielen und trainieren wir viel, und spätestens alle zehn Tage kommt ein neues Paar dran. Die anderen werden weggegeben. Es sind ja ständig irgendwelche PR-Termine, und da sind immer Kids, die sich natürlich riesig drüber freuen.

Was ist dir sonst noch wichtig an einem Schuh?

Ich habe mittlerweile, nach 17 Jahren NBA, ganz schön schlechte Zehen. Das sind so Hammerzehen. Vor allem links ist das schlimm, ich kann’s euch zeigen, wenn ihr mal sehen wollt. (lacht) Deshalb ist es mir wichtig, dass ich eine höhere Toebox habe, damit sich meine Hammerzehen frei bewegen können. Ich habe mich früher ja nie als Center gesehen, weswegen ich nie einen schweren, klobigen Schuh wollte. Und ich konnte auch nicht nicht mit ’nem Lowrider spielen wie ein Guard. Ich wollte immer so ein Mittelding und das hab ich ja auch gefunden.

Was war dein erster Schuh, mit dem du Basketball gespielt hast?

Ich habe früher alles mal ausprobiert, auch andere Marken. Zum Beispiel das Fünf-Punkte-System von einer anderen Marke, aber das hat mir gar nicht gefallen. Daher kam dann auch die Idee, lieber mit einer durchgängigen Sohle zu spielen. Seit ich 18 bin, spiele ich mit Nike-Schuhen.

„Ich bin jetzt nicht so ein Freak, wie die ganzen Celebritys, die bei ihren ‚MTV Cribs‘ acht Millionen Schuhe vorführen. Aber ich hab schon einige Sneakers.“

Was trägst du privat für Sneakers?

Wie gesagt, privat viel Air Force One. Für mich ist es ein Glücksfall, dass Nike Converse übernommen hat, denn ich trage sehr gerne Chucks. Mittlerweile wissen wir ja: Tighte Jeans sind gerade wichtig, nicht mehr so baggy. Und wenn du enge Hosen trägst, dann wirken AF1s ein bisschen klobig. Gerade bei großen Menschen denkt man sich dann: „Fuck, hat der Riesenfüße.“ Da finde ich einen Chuck sehr schön, weil der schmaler ist und trotzdem bequem. Die Sohle ist zwar ein bisschen hart, aber zum Rumlaufen und Chillen finde ich ihn ganz gut.

Holst du dir Fashion-Tipps von Monta Ellis oder anderen aus deinem Team?

Die killen mich manchmal ganz schön wegen dem, was ich anhabe. Aber das gehört in einer Umkleide mit ausschließlich Männern irgendwie dazu. Wenn irgendeiner reinkommt, ist eigentlich egal, was er anhat, jeder wird erst mal zerschmettert. Neulich zum Training für die Playoffs hatte ich ein Paar Jordans, an die mir damals Michael Finley gegeben hatte. Die waren schon zwölf oder 13 Jahre alt, standen ganz hinten in der Garage und waren schon bisschen braun geworden durch die Lagerung. Ich dachte, ich mache mich besonders frisch zum Training, aber die Jungs haben mich gemurdered dafür – aber natürlich nur aus Spaß.

Wie groß ist der Anteil von Trash Talk im eigentlichen Spiel?

Ach, im Spiel selbst nicht so hoch. Jedenfalls nicht so, wie man das denkt. Es gibt ein paar Kollegen, die machen das sehr oft. Gary Payton hat zum Beispiel viel geredet während des Spiels. Kevin Garnett und ich waren ja oft in so was verwickelt, aber ich bin eigentlich eher der ruhige Kollege, der versucht, das Spiel zu gewinnen. Normalerweise kommt es einmal alle zwei bis drei Wochen vor, dass man mit einem mal aneinander gerät, vor allem in den Playoffs. Im ersten Spiel sagt man sich noch nett Hallo, beim zweiten Spiel geht man sich schon auf die Nerven und bei Spiel drei und Spiel vier hasst man den Gegner normalerweise. (lacht) Ich bin sogar mit Dwight Howard ein paarmal aneinander geraten, jetzt in der letzten Serie. Aber das passiert eben manchmal – und danach ist es wieder vergessen.