Die besten Free Downloads mit The Ji, J Dilla, 101 uvm.

von am

Neue Woche, neue Musik. Abermals ist #throughthewire zurück, um die spannendesten Free-Download-Releases der letzten Woche zu rekapitulieren.

01

Dieser Ferenc Jetzt – Schwarze Katze EP

The Ji, spätestens seit unserem Interview auch in diesen Breitengraden als diskussionswürdiger Paradiesvogel bewundert oder verachtet, releaste in dieser Woche „Schwarze Katze“. In Anspielung an den wohlmöglich berühmtesten Weed-Spot Wiens, einem halb-legalen Kiffer-Lokal in der Nähe das Praters, hat Dieser Ferenc Jetzt zusammen mit dem Wiener Producer Maxzwell sieben äh, Joints gebaut. Sein moderne Hochglanz-Trap aus zwielichtigen Glockenspiel-Szenarien oder hypnotischen Mantra-Flips wie etwa „Passt Scho“ wird von Ji mit so wunderbar unterhaltsamen Weisheiten wie „Keiner will sich bilden, aber alle wollen Selfies machen“ oder lebensnahen Fußvolk-Verachtungen wie „Du stehst seit einer Stunde an der Bar und hast nichts bekommen“ aufgehübscht. Die dumpfe, ja schier lethargische Kiffer-Attitüde wechselt sich mit arroganter Hochstapler-Attitüde – Ferenc droppt quasi einen auditiven Reiseführer durch die tiefsten Unterwelt und die höchsten Gesellschaftsränge der österreichischen Hauptstadt. Let’s take a walk. Der Free Download ist noch bis 19.Oktober verfügbar.

02

Ticklish – Romantic Footwork

Nein, Ticklish hat mit seiner aktuellen EP sich nicht öffentlich als Fußfetischist geoutet. Der Berliner Producer, DJ und Mash-Up-Maestro legt mit „Romantic Footwork“ dafür allerdings ein kurzweiliges Hörspiel aus Remixes, Edits und exklusiven Tunes vor, das überwiegend auf der elektronischen Tanzmusik-Spielart Footwork basiert. Die sieben Juke-geträngten Bass-Tunes werden mit energetischen Drumplay-Hektiks und jeder Menge Trigger-Fingersptzengefühl re-arrangiert. Neben vertibalen Hits und Klassikern wie Cam’Rons „Oh Boy“, die Drake-Future-Kollabo „Jumpman“ oder Kanyes „Father Stretch My Hands“-Teilen werden auch Eigenproduktionen für die Partygemeinde neu-aufbereitet – zum Beispiel das vorab-releaste Yung Hurn-Feature „Ich will dich“ . Daneben fährt Ticklish auch solo. „Sum 1 Like U“ sportet bei allem Dancefloor-Wahnsinn obendrein noch einen unverblühmten Ghetto-House-Track, der mit kitschigem Stakkato-Piano, Ibiza- sowie Insider-Kreise bezirzt. Man merke: Herbstromantik setzt 2016 auf Disco- statt auf Kerzenlicht.

03

Einsnulleins – An Autumn Sunset

Es vergeht mittlerweile fast kaum eine Woche ohne Free Download aus Rap-Schland, der nicht eine Produktion der Einulleins-Boys featuret. Spätestens seit ihrem Sommerhit „WKM$NSHG“ stehen die Freunde der Bergmoney Gang und Nugods in den vorderen Reihen der instrumentalen Fundamente der heisigen Nachwuchs-Generation. Wie schon in der letzten Woche (oder auch im Februar) haben Eike und Chris allerdings auch gleichzeitig immer beweisen, dass sie ihre überbelichteten bis dunkelbunten Klartraum-Szenarien aus weitärumigen Synthieflächen und reduzierten Plastik-Drums auch ohne Vocal-Parts atomspährisch ausrichten können. Die romantische und auch ein bisschen kitschige „An Autumn Sunset-EP ist in ihrer meditativen wie melancholischen Horizontaussicht daher ein gelungener Soundtrack zum ersten Herbstspaziergang durch die Weiten der Großstadtprärie.

04

J Dilla – Welcome 2 Detroit Dissected

Heute kann jeder Internetforum-Pennäler mit mygully-Account, sich eine beliebige Software herunterladen, auf YouTube nach Samples suchen und das Beatmaking anfangen. Als J Dilla 1991 vielleicht das erste Mal eine Reihe von Beats produzierte, sah das Internet, die Welt und natürlich auch HipHop ein bisschen anders aus. Nun hat sein Brudi Amp Fiddler ein paar unrelaste Demos jener Ära aus den Archiven Dillas zum freien Download veröffentlicht. Im Rahmen eines circa einstündigen Interviews im Boiler Room spricht Amp, der vor allem als jener Mann berühmt wurde, der Jay Dee die MPC gezeigt hat, über sein Verhältnis zu Dilla. Das Spannende sind allerdings die detaillierten Beschreibungen über Dillas Umgang mit der MPC, zum Beispiel wie er Akkord auf der MPC programmiert hat – wohlgemerkt, ohne je die Bedienungsanleitung gelesen zu haben. Quasi ein Hörspiel für den Herbstabend.