Das hat nichts zu bedeuten: Haiyti küsst Juicy Gay

Nach einem Konzert um 6 Uhr morgens im Hotel mit 15 Leuten in 45 Minuten spontan ein Video drehen und das sechs Tage später raushauen? Das ist Rap – vorexerziert von Juicy Gay, Haiyti und Asadjohn: „Das hat nichts zu bedeuten“.

Früher war Rap Freestyles auf Europaletten und mit Rucksack durch das Land fahren zu Jams. Gott sei dank ist das vorbei und man muss zum Rappen nicht mal mehr aus dem Haus. Die „junge Generation“ bringt ihre Ideen einfach raus, wie sie fallen. Dank Internet (praise!) ist es ganz normal, dass ein swaggy Hit gegen Pegida noch am Tag von Clausnitz erscheinen kann oder ein Video zu einem Live-Hit wenige Tage später erscheint. Die Spontanität, die dadurch möglich ist, ist die große Stärke der ungesignten Internet-Artists: Sie sind tatsächlich unabhängig.

So lief das letztes Wochenende in Essen: Das Hotel Shanghai veranstaltet ein Konzert mit Haiyti und Juicy Gay. Gegen drei Uhr endet das Konzert, Asadjohn legt auf. Es wird leerer, auf einmal passieren komische Dinge mit einem Oldschool-Ergometer und Haiyti freestylet über die Songs, die Asadjohn auflegt.

Plötzlich fahren alle ins Hotel, die Sonne ist schon aufgegangen. Timo Milbredt holt seine Kamera aus dem Auto und mit einem Haufen Leute wird ein Musikvideo gedreht. Es ist bereits drei Tage später fertig, aber Releases macht man Freitags um 15 Uhr. Asadjohn und 101 (Produzent u.a. von „WKM$N$HG“-Remix) müssen fast direkt im Anschluss in die Bahn steigen und nach Berlin zurück fahren. Man sieht allen Beteiligten an, dass sie nicht mehr ganz frisch sind, aber das hat nichts zu bedeuten. Gänsehaut.