Nur Musik reicht Bushido nicht: „Cla$$ic“ geht in die Provophase

Bushido Shindy Classic jpg

„Neues Video von Bushido und Shindy“ – ungefähr so viel Info kriegt man gerade von der HipHop-Presselandschaft zum „Cla$$ic“-Visual mitgeliefert. Vielleicht noch ergänzt um die krasse Erkenntnis, dass das Video „aus historischen Ereignissen besteht“. Gute Arbeit, yo.

Bliebe man jedoch über die einleitenden Sekunden am Ball, könnte man auch merken, dass das Ganze kein harmloses Sample-Video voller Schnipsel aus der Entertainmenthistorie ist, sondern eine wie gehabt kalkulierte, reichlich kindische Promo-Provokation: „Sonny ist Gangster der alten Schule“, rappt Bushido – und man sieht dazu Anders Breivik. „Diggen in Paris bei ’nem Platten-Second-Hand-Shop“, rappt Shindy – und man sieht dazu Hitler nach dem Einmarsch der Wehrmacht in Paris. „Dein Album ist ein Selfie, unser Album ist ein Rembrandt“, rappt Bushido – und man sieht dazu die SA Bücher verbrennen. „Schlaflose Nächte im Nightliner, dafür hol ich mir ’nen Tom-Ford-Zweireiher“, rappen die beiden – dazu sieht man Aufnahmen des Terroranschlags auf „Charlie Hebdo“. Usw. usf. Wozu man so eine völlig sinnbefreite Text-Bild-Schere überhaupt aufmacht? Natürlich, damit sich jemand drüber aufregt. Schließlich war die Promophase zu „Cla$$ic“ ja bisher auch viel zu skandalarm.

Wäre ja zu schön gewesen, wenn Bushido mal versuchen würde, ein Album zu verkaufen, ohne wahllos Berufsempörte zu provozieren. Und am Ende kann sich wieder jemand in ein „kontroverses“ Interview mit ihm setzen, ihn mit Weintrauben füttern und sich erklären lassen, dass das ja alles nicht so gemeint war, hihi. Saubere Arbeit.