Alles außer Techno – Das Gretchen wird fünf und wir haben mit dem Macher gesprochen

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Das Gretchen hat sich innerhalb weniger Jahre zu einer absoluten Institution entwickelt: Nicht nur in Kreuzberg, nicht nur in Berlin – weltweit haben Pamela Schobeß und Lars Döring mit ihrem einzigartigen Booking auf sich Aufmerksam gemacht. Sie liefern elektronische Alternativen zum omnipräsenten Berliner Techno, dazu feinste HipHop-Partys und ausgewählte Konzerte – immer abseits vom Mainstream, immer ganz früh dran. Am Wochenende feiert das Gretchen fünfjähriges Jubiläum. Wir verlosen Tickets – und haben Lars mal gefragt, wie man’s als Booker des Gretchen macht.

Das Gretchen hat sich als einer der stilsichersten Club für Leftfield-Musik in Berlin etabliert. Wie hat sich der Club entwickelt und was für ein Konzept steckt hinter dem Booking?

Lars: Grundsätzlich gilt: Pamela und ich sind super offen! Da wir vorher 15 Jahre das Icon (kleiner Club im Prenzlauer Berg, der 2012 geschlossen wurde; Anm. d. Red.) betrieben haben, ist das Gretchen musikalisch die konsequente Fortsetzung davon – also alles Elektronische (außer Techno), aber ergänzt um viel mehr Live-Konzerte aus allen möglichen Bereichen, wie zum Beispiel Jazz, Funk, Soul und Singer-Songwriter. Mit dem Gretchen können wir das Zusammenspiel von unterschiedlichen Musikstilen und Konzepten verwirklichen – Konzerte, Lesungen, Theater, Clubnächte oder Polit-Veranstaltungen und einiges mehr.

Aus welcher musikalischen Ecke kommst Du als Booker und Fan?

Ich selbst mag ganz viele unterschiedliche Richtungen und sammele Musik (hauptsächlich auf Vinyl) seit ich 12 Jahre alt bin. Daher bin ich auch als Booker open minded. Und da das Gretchen unser eigener Club ist, kann ich das auch sein und bin keinen Vorgaben unterworfen. Von 1993 bis 1996 habe ich den ACUD-Club gemacht, von 1996 bis 2011 das Icon. Auch da konnte ich musikalisch offen buchen, das hat mich natürlich geprägt und weiter gebracht.

In der Vergangenheit haben etliche Künstler bei uns als Quasi-Unbekannte gespielt, die später den Sprung auf die großen Bühnen geschafft haben.

Wie entdeckst du neue Künstler und was war deine letzte Entdeckung?

Neue Künstler zu entdecken, gehört zum Booker-Dasein. Im Laufe der Zeit habe ich für mich ein Netzwerk von unterschiedlichen Quellen entwickelt: Musiker, DJs, Freunde, Labels, andere Booker und Plattenläden – und natürlich das Internet und die Besuche von Konzerten und Festivals. Zwei meiner Lieblings-Neuentdeckungen sind Ravyn Lenae (spielt im Gretchen Anfang 2017) und BIGYUKI (da arbeite ich gerade dran). Ende Oktober spielt zum Beispiel River Tiber aus Kanada bei uns – der ist noch eher unbekannt, wird aber sicher groß. In der Vergangenheit haben etliche Künstler bei uns als Quasi-Unbekannte gespielt, die später den Sprung auf die großen Bühnen geschafft haben: Hudson Mohawke, Odesza, Kaytranada, Stwo, Fakear (der spielt wieder Ende Oktober bei uns) und viele mehr.

Was war das schönste Erlebnis mit einem der von dir gebuchten Künstler?

Es ist immer ein tolles Erlebnis, wenn der Künstler spielt und die Gäste ausflippen. Jedes mal bekommt man da eine Gänsehaut. Und wenn der Künstler hinterher total auf Adrenalin ist und grinst wie ein Honigkuchenpferd ist das auch toll.

Am kommenden Wochenende wird das fünfjährige Jubiläum des Clubs gebührend gefeiert: Am Freitag werden unter anderen die Hip-House-Eklektiker Max Graef und Glenn Astro, das Produzenten-Duo Maribou State von Ninja Tune und Beatgeek Hazeem die Musik machen. Mehr Infos findet ihr auf Facebook. Der zweite Akt, am Samstag, ist dagegen wummerndem Drum&Bass-Wahnsinn gewidmet. Auch hier gibt’s zusätzliche Infos auf Facebook.

Für beide Events verlosen wir zweimal 2 Tickets. Einfach eine Mail mit dem vollen Namen und dem Wunschtag an win@splash-mag.de senden und mit etwas Glück am Wochenende dabei sein. Die Gewinner werden am Donnerstag-Abend per Mail benachrichtigt.